Prof. Doreen Schulz


Statement:

Die Erfassung des komplexen Zusammenspiels von Formgestaltung, Fläche, Materialität und Farbgebung am Menschen ist wesentlich im Mode-Design. Die Anforderungen an jedes einzelne Element sind durch immer vielschichtigere Bedürfnisse gestiegen. Somit ist der Designer in seiner Arbeitsweise stets gefordert, er muss vielseitig und offen sein. In der Praxis heißt das beispielsweise, gesellschaftliche und kulturelle Anforderungen an Gestaltung und praktische Erfordernisse im Entwurf zu berücksichtigen.
Die Gestaltung einer spezifischen Form hängt von den unterschiedlichsten Faktoren ab. Letztendlich ist der Kontext entscheidend, in dem die Entwurfsarbeit steht. Benötigt wird immer ein ganzheitliches Konzept, das während des gesamten Prozesses von der Idee bis zur Präsentation der fertigen Arbeit berücksichtigt werden muss. Deshalb wird schon früh im Studium schwerpunktmäßig auf die Entwicklung einer eigenen Haltung zum Entwurf hingearbeitet ebenso wie auf die überzeugende Darstellung des Konzeptes, der Idee. Das bleibt auch in der späteren Berufspraxis eine Herausforderung für jeden Designer.
Bei der Entwurfsarbeit sollte es neben konzeptionellem und analytischem Denken genügend Raum für das Experiment geben. Mit Hilfe des freien formbezogenen Experimentierens ohne spezifische inhaltliche Vorgaben können Probleme aufgezeigt und Problemlösung sowie Entscheidungsfindung geschult werden, sodass sich jeder Studierende individuell und nach seinen Bedürfnissen im Entwurfsprozess eigene Konzepte und entsprechende Lösungsansätze erarbeiten kann.
Der Entstehungsprozess ist dabei durch permanente Reflexion gekennzeichnet. Eine umfassende visuelle Recherche, das Ausprobieren, das Hinterfragen und die „Fehleranalyse“ helfen neue Gestaltungsmöglichkeiten zu entdecken. Größere Studienprojekte bieten weitere Möglichkeiten, sich als Gestalter zu finden und zu positionieren.

Fallstudie

Hauptstudium
Semester: WS 2020/21
Projekt: Fallstudie
Projekttage: Montag 09:00 Uhr – 15:00 Uhr, Dienstag 09:00 Uhr – 15:00 Uhr

Lehrende:
Prof. Clara Leskovar, Prof. Doreen Schulz
Konstruktion: Lucia Mors de Castro

Die Auseinandersetzung mit Bildern von Formen, Strukturen, Farbe und Objekten sowie deren digitale und manuelle Bearbeitung und Collagierung, dient im Entwurfsprojekt III „Fallstudie“ der Entwicklung einer Kollektion.
Ausgehend von vorhandenem gesammeltem Bildmaterial sollen durch Neuordnung und Überlagerung eigene Kompositionen geschaffen werden. Bei der Entwicklung der neu generierten Anordnungen sollen frühere Referenzen und die üblichen Bekleidungsmerkmale wie Schnitt, Funktion, Material und Farbe nicht berücksichtigt werden. Mit Hilfe digitaler und manueller Werkzeuge entstehen beim Prozess der Neu-Zusammensetzung Entwürfe für Kleidungsformen.
Designer*innen haben heute die Aufgabe, diese neuen Kompositionen/Bilder zu lesen, eigene Materialsammlungen, Silhouetten, Formen und Flächen herauszuarbeiten und diese zu einer stimmigen Kollektion zusammenzuführen. Formen sollen neu definiert und gestalterisch in die eigene Arbeit integriert werden.

Die Konzentration des Projektes liegt auf der Bedeutung der Form, des Materials und der Farbe sowie auf der digitalen und manuellen Bearbeitung von Bildern als Entwurfsstrategie. Das Projekt dient der reflektierten Auseinandersetzung mit den Bildern/Zeichen der Zeit.

Neben der Erarbeitung eines ganzheitlichen Kollektionskonzeptes - dazu gehört eine umfangreiche Recherche, die zeichnerische Darstellung, Formgestaltung, Material- und Farbwahl - soll eine zeichnerische Kollektion mit mindestens 15 Outfits entstehen. Davon sollen zwei der Outfits umgesetzt werden.