Prof. Doreen Schulz


Statement:

Die Erfassung des komplexen Zusammenspiels von Formgestaltung, Fläche, Materialität und Farbgebung am Menschen ist wesentlich im Mode-Design. Die Anforderungen an jedes einzelne Element sind durch immer vielschichtigere Bedürfnisse gestiegen. Somit ist der Designer in seiner Arbeitsweise stets gefordert, er muss vielseitig und offen sein. In der Praxis heißt das beispielsweise, gesellschaftliche und kulturelle Anforderungen an Gestaltung und praktische Erfordernisse im Entwurf zu berücksichtigen.
Die Gestaltung einer spezifischen Form hängt von den unterschiedlichsten Faktoren ab. Letztendlich ist der Kontext entscheidend, in dem die Entwurfsarbeit steht. Benötigt wird immer ein ganzheitliches Konzept, das während des gesamten Prozesses von der Idee bis zur Präsentation der fertigen Arbeit berücksichtigt werden muss. Deshalb wird schon früh im Studium schwerpunktmäßig auf die Entwicklung einer eigenen Haltung zum Entwurf hingearbeitet ebenso wie auf die überzeugende Darstellung des Konzeptes, der Idee. Das bleibt auch in der späteren Berufspraxis eine Herausforderung für jeden Designer.
Bei der Entwurfsarbeit sollte es neben konzeptionellem und analytischem Denken genügend Raum für das Experiment geben. Mit Hilfe des freien formbezogenen Experimentierens ohne spezifische inhaltliche Vorgaben können Probleme aufgezeigt und Problemlösung sowie Entscheidungsfindung geschult werden, sodass sich jeder Studierende individuell und nach seinen Bedürfnissen im Entwurfsprozess eigene Konzepte und entsprechende Lösungsansätze erarbeiten kann.
Der Entstehungsprozess ist dabei durch permanente Reflexion gekennzeichnet. Eine umfassende visuelle Recherche, das Ausprobieren, das Hinterfragen und die „Fehleranalyse“ helfen neue Gestaltungsmöglichkeiten zu entdecken. Größere Studienprojekte bieten weitere Möglichkeiten, sich als Gestalter zu finden und zu positionieren.


POETIC BITS

BA Hauptstudium / MA 2. Semester
Semester: SS 2022
Projekt: POETIC BITS
Entwurfsprojekttage: Montag 09:00 Uhr – 15:00 Uhr, Dienstag 09:00 Uhr – 13:00 Uhr
Lehrende:
Prof. Clara Leskovar, Prof. Doreen Schulz



Plastisches Gestalten und Konstruktion: Lucia Mors de Castro
Digitale Darstellungstechniken in 3D: Madeleine Madej
Schnitt / Clo3D: Mittwoch 10:00 Uhr – 16:00 Uhr



Das Entwurfsprojekt POETIC BITS im Haupt- und Masterstudium bietet die Möglichkeit, über analoge und digitale Prozesse eine Kollektion auf Basis eines frei gewählten Inspirationsthemas zu entwickeln. Das Zusammenspiel von Form und Farbe, von Körper und Stoff, von Print und Materialität spielt dabei eine wesentliche Rolle. 
Im Laufe des Projektes wird – neben weiteren Workshops – in die virtuelle Design-Software Clo3D mit Lucia Mors de Castro und Madeleine Madej eingeführt.
 
Der Workshop „Dreidimensionaler Entwurf“ mit Jutta Klingel behandelt die analoge Formentwicklung, Drapage und dreidimensionale Schnittgestaltung im Entwurf und fungiert als Basis für die experimentelle, virtuelle Anwendung in Clo3D. 
Die Einführung in die Design-Software Clo3D erfolgt durch Madeleine Madej und Lucia Mors de Castro. Clo3D wird genutzt, um im ersten Schritt den analogen Entwurf am Avatar zu visualisieren und im nächsten Schritt Entwurfsvarianten zu entwickeln. Hierbei wird ein Augenmerk auf dem Einsatz von unterschiedlichen Materialitäten, Farbigkeiten und Print-Designs liegen. Darüber hinaus wird mit verschieden Körperformen und Gesten des Avatars gearbeitet, und es werden die Möglichkeiten der Schnitt-Variation in Clo3D experimentell untersucht.