Lehrangebote

Prof. Jean-Baptiste Joly

BA/MA Produkt-Design , BA/MA Textil- und Flächendesign , BA/MA Mode-Design , BA/MA Visuelle Kommunikation , Malerei , Bildhauerei , Bühnen- und Kostümbild , MA Kunsttherapie , MA Raumstrategien , Theorie und Geschichte , Künstlerisch Gestalterische Grundlagen

Die Berliner Landschaft der Künstlerresidenzen

ACHTUNG +++ VERSCHOBEN AUF DAS WS 2020-21 !

Künstlerresidenzen bieten Künstlern/innen für eine bestimmte Zeit Wohn- und
Arbeitsmöglichkeiten in einem anderen Umfeld und fördern sie durch diesen momentanen Ortswechsel.

Die Tradition von Künstlerresidenzen geht auf das 17. Jahrhundert zurück. 1666 wurde die Académie de France in Rom gegründet, wahrscheinlich die erste Institution dieser Art in Europa; sie nahm junge französische Künstler auf, die in Rom ihre Ausbildung am Beispiel der Antike und der Meister der Renaissance vervollkommnen sollten. Künstlerkolonien, entstanden durch die Initiative von gleichgesinnten Privatpersonen –meistens Künstler/innen– verbindet man ebenso mit der Tradition der Künstlerresidenz: Die Künstlerkolonie Worpswede, gegründet 1889, galt als Inbegriff einer unabhängigen Gemeinschaft von Künstlern/innen, die sich vom offiziellen Kunstbetrieb abgesondert hatte. Künstlerresidenzen sind aber auch ein urbanes Phänomen, das seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts die Kunstszenen von europäischen und nordamerikanischen Metropolen wesentlich geprägt hat. Neben der unmittelbaren Förderung von Künstlern verfolgten die Gründungen des West-Berliner »Artists-in-Residence«-Programms durch die Ford Foundation im Jahre 1962, des Berliner DAAD Künstlerprogramms ein Jahr später und der Pariser Cité Internationale des Arts ebenso 1963 auch kulturpolitische Ziele: Beide Initiativen hatten sich vorgenommen, das jeweilige Kulturleben durch die Einladung an internationale Künstler/innen zu verstärken, im Falle von West-Berlin wegen der damaligen Isolierung der Stadt, im Falle von Paris als Versuch, deren Reputation als Leuchtturm der Moderne wiederherzustellen. Letzteres gelang nicht, während sich Berlin weltweit als eine der attraktivsten Kunstmetropolen behaupten konnte. Heutzutage bieten in Berlin über 40 Künstlerresidenzen Arbeits- und Wohnmöglichkeiten an internationale Künstlerinnen und Künstler, die davon träumen, sich für eine Weile mit der hiesigen Szene zu vernetzen. Denn für Berlin-Anfänger gelten Künstlerresidenzen als Türöffner in das Kunstleben der Stadt.
Das Seminar wird sich am Beispiel Berlin mit dem Phänomen Künstlerresidenz befassen und auf folgende Fragen eingehen: Welche Rolle spielen tatsächlich Künstlerresidenzen im Berliner Kulturbetrieb? Wie arbeiten sie mit anderen Kulturinstitutionen zusammen? Wie sind sie allgemein vernetzt? Wovon leben sie? Was ist ihr Selbstverständnis? Wie werden sie wahrgenommen, wie von den Künstlern/innen, die sie beherbergen, eingeschätzt? Für die Teilnehmer/innen bietet das Seminar außerdem die Möglichkeit, Künstlerresidenzen als Brücke zwischen Hochschule und Berufsleben zu erkunden.

Im Rahmen vom dreiblockigen Seminar werden möglichst alle Berliner Residenzen erfasst, denn eine solche Liste fehlt gänzlich. Ausgehend von Gesprächen mit Vertretern/innen von Künstlerresidenzen und deren Gästen werden Berichte über einzelne Künstlerresidenzen verfasst, die zusammen mit der Liste online veröffentlicht werden.

Block 1: Ausführliche Einführung; Erstellung eines Fragenkatalogs; Verteilung der Aufgaben; Gastvortrag von einem/er Vertreter/in einer Berliner Künstlerresidenz
Block 2:, gemeinsamer Besuch von zwei Berliner Residenzen.
Block 3: Präsentationen der Recherche-Ergebnisse; Gastvortrag einer Künstlerin/eines Künstlers mit Residenz-Erfahrung, Diskussion.

Sommersemester 2020

alle Studiengänge

Zeit: 10.00 h

Beginn : 21.04.20

Ende : 30.06.20

Ort : Professorenmensa, D0.07


Anmeldung : Anmeldung zur Lehrveranstaltung bis zum 31.03.2020 an jbjoly51@gmail.com erwünscht.

Prüfungsform : Einzel- oder Gruppenarbeit

Teilnehmerzahl : 0 (0)

Creditpoints : 2