Course Offerings

Barbara Buchmaier

Theory and History

Grundlagen wissenschaftliches Arbeiten: Kritisches Recherchieren – Zitieren – Eigenes Formulieren

Pflichtseminar, richtet sich an Student/innen des 1. und 2. Semesters, kann aber auch im 3. oder 4. Semester besucht werden.

In dem Seminar sind die Studierenden dazu eingeladen, im offenen Erfahrungsaustausch und anhand von ausgewählten Text- und Filmbeispielen über eingeübte Lese- und Recherche-Gewohnheiten nachzudenken und diese (selbst)kritisch zur Diskussion zu stellen. Auf Basis dieser Diskussion sollen die Studierenden zu einem selbst (oder aus einer Liste von Vorschlägen) ausgewählten Thema oder Text eine kritische Recherche durchführen und über ihre Vorgehensweise wie deren Ergebnisse in einem Vortrag/Performancevortrag/Referat oder in einem Text berichten. Eine weitere Aufgabe ist das Verfassen einer kurzen Ausstellungsbesprechung.
Dabei können sich die Studierenden gerne zu Zweiergruppen zusammentun.

Anregung dazu liefern u.a. folgende Begriffe und Überlegungen:

1. Kritische Recherche/“Selbst-bewusste“ Forschung:
- Wie entstehen Informationen, wie entsteht „Wissen“? Wie nutzen und interpretieren wir es? Welchen Anspruch erheben wir? Wie geben wir es weiter?
- Welche sind unsere typischen Informationsquellen und -kanäle?
- Wessen Stimme(n), wessen Erfahrung, wessen Wissen kommt bei uns an? Wen wollen wir hören? Wen hören wir nicht?
- Wie finden wir Mittel, Methoden und Fragestellungen, um dem Gelesenen, Gehörten, Aufgeschnappten etwas Eigenes abzugewinnen bzw. ihm etwas entgegenzusetzen oder es für uns selbst fruchtbar zu machen – anstatt es z. B. zu pauschalisieren?
- Wie vermitteln wir dabei unsere eigene Identität und Sichtweise? Welche Rolle spielen diese?

Stichworte hierzu: Archiv, Bibliothek, Universität, Diskurs, Lexikon/Enzyklopädie, Rezeptionsgeschichte, Wissenschaftliches Arbeiten, Journalismus, Blogs; kritisches Lesen und Analysieren, Feldforschung, Gespräch/Interview, Autor/innen-Statement ...


2. Zitieren und Verwerten:
- Wie gehen wir mit Text- und Bild-Zitaten um – seien sie nun direkt oder indirekt?
- Welche Regeln und Vorschriften gibt es hierzu? Welche kreativen Freiräume können wir beobachten und eventuell selbst nutzen?
- Wie dokumentieren und speichern wir unsere Daten und Ergebnisse?

Stichworte hierzu: Zitat, Kopie, Plagiat, Collage, Appropriation Art, Copyright, Urheberrecht, Transparenz, Netzwerkanalyse, Herkunft und Entstehungszusammenhang der Quellen, Rezeptionsgeschichte: Welche Herkunft und Qualität hat die Quelle, auf die ich zugreife? Wer hat was wann wie besprochen? Wer hat mir was empfohlen? Wie dokumentierte und systematisiere ich es?


3. Etwas Eigenes formulieren und veröffentlichen:
- Eigene Begriffe, Meinungen und Fragen formulieren, beobachten und analysieren.
- Rezeptionsgeschichte beleuchten, Vergleiche ziehen - Innovative Diskussions- und Textformate (er)finden.
- Ein Forum bilden, Dinge an- und aussprechen bzw. aufschreiben und veröffentlichen.

Stichworte: Investigativer Journalismus, (Kunst)Kritik, subjektives bzw. (un)kreatives Schreiben, Künstler/innentexte, Lecture-Performance, Blogs ...


Jede/r Seminarteilnehmer/in legt für sich am Beginn des Semesters ein aktuelles, diskussionswürdiges Thema fest, das sie/ihn interessiert und entwickelt dazu eine eigene kritische Recherche, eine eigene Forschungsperspektive bzw. -frage anhand der oben angestoßenen Gedanken und Fragestellungen, die von der Kunstkritikerin Barbara Buchmaier u.a. anhand von Texten und Filmen zur Diskussion gestellt werden. Die Recherche- und Forschungserfahrungen der Studierenden sowie deren Ergebnisse, sollen dann ab der 5. Sitzung in je einem (Kurz)Vortrag, einem Referat oder einer Lecture-Performance im Seminar oder auch in einen Text münden, der im Seminar ausgeteilt und diskutiert wird. Dabei soll es weniger darum gehen, ein perfektes Endergebnis zu präsentieren, als über die eigenen Rechercheerfahrungen und -methoden zu berichten und Fragen wie (Selbst)Erkenntnisse weiterzugeben, die sich während der Recherche entwickelt haben.

Teamarbeit in Zweiergruppen ist willkommen!

Das Seminar wird eine Führung durch das Zeitungsarchiv der Staatsbibliothek Berlin am Nordhafen beinhalten.

Außerdem besuchen wir gemeinsam eine Ausstellung, über die die Studierenden dann eine kurze Besprechung schreiben sollen.

Außerdem wird voraussichtlich in einer Sitzung eine ehemalige Studentin der KHB über ihre schriftliche Abschlussarbeit berichten.

Voraussetzung für den Erwerb eines (unbenoteten) Scheins ist neben der regelmäßigen aktiven Teilnahme am Seminar das Halten eines Vortrags oder das Verfassen eines Textes zu einem (selbst)ausgewählten Thema. Eine weitere Aufgabe ist Verfassen einer kurzen Ausstellungsbesprechung.

Moodle-Passwort: researchwinter2014


Links und Literatur-Empfehlungen (Auswahl):

- Zum Einstieg in die Recherche:

"Ästhetische Grundbegriffe: Historisches Wörterbuch in sieben Bänden", hrsg. von Karlheinz Barck, Martin Fontius, Dieter Schlenstedt u,a., Stuttgart 2000


- Kunst/Berichterstattung über Kunst:

Kunstzeitschrift "Texte zur Kunst"
online unter: http://www.textezurkunst.de/

Kunstzeitschrift „von hundert“
Online unter: http://www.vonhundert.de/

Kunstzeitschrift "Frieze d/e"
Online unter: http://frieze-magazin.de/

"Contemporary Art Daily. A Daily Journal of International Exhibitions"
online unter: http://www.contemporaryartdaily.com/

"INDEX", Programmkalender ausgewählter Berliner Galerien und anderer Kunstinstitutionen
online unter: http://www.indexberlin.de/


- Wikipedia und Co:

„Wikipedia® – Die Story von einem Spaßprojekt zum weltweit größten Nachschlagewerk. Alle Fakten, Zahlen und Hintergrundinformationen zu Wikipedia®“, ohne Autorenangabe, © 2011 BY FLASHBOOKS.COM, Florian Kepper, online unter:
Internetrecherche-Portal "Wiki-Info.de": http://www.wiki-info.de/wikipedia.htm (Stand 12.10.2014)


- Think Tanks:

"Was zählt – 2015. Fakten, Trends und Visionen aus Wissenschaft, Politik und Kultur", hrsg. u.a. von Simone Achermann, Stephan Sigrist und W.I.R.E., Berlin 2014

K-Hole und Box 1824: "Youth Mode. A Report on Freedom", 2014
Freier Download unter: http://khole.net/ (Stand 12.10.2014)


- Anregung zum kreativ-kapitalismuskritischen Umgang mit Zitaten im eigenen Kontext:

Tiqqun: "Grundbausteine einer Theorie des Jungen-Mädchens", Berlin 2009, online unter:
Website des Merve-Verlag, https://www.merve.de/incoming-data/corpori/9783883962719.pdf (Stand: 12.10.2014)


- Akademismus- und Netz-Kritik:

"Unbedingte Universität. Was ist Universität? Texte und Positionen zu einer Idee", hrsg. v. Johanna-Charlotte Horst, Johannes Kagerer u.a., Zürich 2010

Barbara Buchmaier: "Anspruch an die Lehre – Potenz, Pose, Potenzial", in: "von hundert", Heft 20, Mai 2013, S. 28–29, online unter:
Website der Zeitschrift "von hundert": http://www.vonhundert.de/indexf633.html?id=497 (Stand: 12.10.2014)

Wolfgang Kemp: „Akademischer Kapitalismus. Wahnsinnige Immobilienprojekte und „globale Professoren“ ...", in „Süddeutsche Zeitung“, 4./5./6. Januar 2014, S. 11

Christine Kirchhoff: "Akademisierung der Kritik? Theorie zwischen Ratio und Rationalisierung", in: "Phase 2. Zeitschrift gegen die Realität", Herbst 2013, online unter:
Website der Zeitschrift "Phase 2": http://phase-zwei.org/hefte/artikel/akademisierung-der-kritik-367/ (Stand: 01.04.2014)

Valentin Groebner: „Muss ich das lesen? Utopien universaler demokratischer Ideenverbreitung gibt es viele. Wie aber funktioniert wissenschaftliches Publizieren in der vernetzten Gesellschaft tatsächlich?“, in: "Frankfurter Allgemeine Zeitung", 10.03.2014, online unter:
Website der FAZ: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/forschung-und-lehre/wissenschaftliches-publizieren-muss-ich-das-lesen-12051418.html (Stand: 12.10.2014)


- Weiterführende philosophische Literatur:

"Die Intellektuellen und die Macht. Ein Gespräch zwischen Michel Foucault und Gilles Deleuze", u.a. veröffentlicht in: Gilles Deleuze/Michel Foucault: "Der Faden ist gerissen", Berlin 1977, S. 86–100, online unter:
"Swiki" der HfBK Hamburg: http://swiki.hfbk-hamburg.de:8888/Medienoekologie/uploads/Die_Intellektuellen_und_die_Macht.pdf (Stand: 12.10.2014)

Gayatri Chakravorty Spivak: "Can the Subaltern speak? Postkolonialität und subalterne Artikulation. Mit einer Einleitung von Hito Steyerl", Wien-Berlin 2008

Winter Semester 2014/2015

1. study-segment

Weekday : Montags

Cycle : wöchentlich

Time: 12.00 h – 14.15 h

Start : 19.10.14

End : 08.02.15

Location : Mart Stam Raum, G1.01


Compulsory : Pflichtseminar

Precondition : Fachgebietsübergreifende Veranstaltung, richtet sich vor allem an Studienanfänger/innen im 1. oder 2. Semester, findet jedes Semester statt.

Registration : Erste Seminarveranstaltung am 20.10.2014

Examination Type : Kurzvortrag/Text; Ausst.bespr., unbenotetes Testat

Number of participants : 25 (0)

Hours/week : 3

Module : Grundlagen wissenschaftliches Arbeiten, Modulbereich: Theorie und Geschichte

Credit Points : 2