Rena Onat


Vorstellung der Frauenbeauftragten

Bio

Ich bin Kunst- und Medienwissenschaftlerin und habe meine Doktorarbeit zum Thema „Orientierungen. Queere Künstler_innen of Color und Verhandlungen von Disidentifikation, Überleben und Un-Archiving im deutschen Kontext“ geschrieben. Meine Themenschwerpunkte in der Forschung liegen in den Bereichen Queere Theorie, Rassismuskritische Theorie, Intersektionalität, Visuelle Kultur, Zeitgenössische Kunst und künstlerisches Wissen. Vor der Aufnahme meiner Tätigkeit an der weißensee kunsthochschule berlin habe ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Medienwissenschaft an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig und im Helene-Lange-Kolleg Queer Studies und Intermedialität an der Universität Oldenburg gearbeitet. Außerdem war ich u.a. als Lehrbeauftragte an der Hochschule für Bildende Künste Bremen, an der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin und an der Kunsthochschule Berlin Weißensee (in der Foundation Class) tätig. Neben meiner Tätigkeit als Frauenbeauftragte arbeite ich freiberuflich für und mit unterschiedlichen Organisationen und Institutionen in Berlin, u.a. Diversity Arts Culture, xart splitta e.V. oder die Berlinische Galerie.


Arbeit der Frauenbeauftragten (Queers + FLINTA* welcome!!!)

Zuerst: Obwohl die Bezeichnung meines Amtes "Frauenbeauftragte" lautet, bin ich ansprechbar für alle von geschlechtlicher und sexueller Diskriminierung Betroffener sowie allgemein von struktureller Diskriminierung Betroffener, da es derzeit noch keine Diversitybeauftragte oder Antidiskriminierungsbeauftragte oder z.B. Antirassismusbeauftragte gibt. Die Bezeichnung Frauenbeauftragte behalte ich, weil das Landesgleichstellungsgesetz in Berlin (LGG) diese Bezeichnung enthält und tatsächlich nur die Gleichstellung von Frauen und Männern regelt. Mein Verständnis meiner Arbeit ist queer und inklusiv für trans, inter, nonbinary Personen. Bitte fühlt euch herzlich eingeladen!



Als Frauenbeauftragte ist es in erster Linie meine Aufgabe, die Kunsthochschule Berlin Weißensee auf vielfältige Weise darin zu unterstützen, ihrem Anspruch auf Geschlechtergerechtigkeit und Verwirklichung von Inklusion und Chancengerechtigkeit näherzukommen. Die Rechte und Pflichten des Amtes ergeben sich im wesentlichen aus dem Berliner Hochschulgesetz (BerlHG) und dem Landesgleichstellungsgesetz (LGG).



Als Frauenbeauftragte arbeite ich mit und für alle Hochschulangehörigen: Studierende, Beschäftigte, Lehrende.



Die Frauenbeauftragte wird gewählt für 4 Jahre durch den Frauenbeirat, der sie in ihrer Arbeit unterstützt. Ich arbeite außerdem mit der Kommission für Chancengleichheit zusammen.



Zu meiner Arbeit gehört beispielsweise Beratung zu Geschlechterfragen, Unterstützung bei Diskriminierung, insbesondere in Fällen sexueller Diskriminerung, die Erarbeitung und Umsetzung von Konzepten und Maßnahmen zur Frauenförderung sowie die Beratung und Unterstützung aller Einrichtungen und Gremien der Hochschule in Fragen der Gleichstellungspolitik. Angestrebt wird die Verankerung von Gender- und Diversity-Kompetenzen in Lehre und Hochschulkultur.



Auch wenn der Frauenanteil in fast allen Mitgliedergruppen der Kunsthochschule Berlin Weißensee inzwischen ausgeglichen oder u.a. bei den Studierenden oder in der Verwaltung sogar höher ist, so ist die Implementierung von Gendermainstreaming längst nicht abgeschlossen und es bedarf weiterhin der nachhaltigen Förderung der Chancengerechtigkeit.



Insbesondere muss hier das Bewusstsein geschärft werden dafür, dass nach wie vor die Barrieren für manche Gruppen von Frauen, z.B. auf Grund von Mehrfachdiskriminierungserfahrungen, besonders hoch sind.



Ich arbeite sowohl auf struktureller als auch individueller Ebene gegen Diskriminierung und für Empowerment von Frauen. Mein Verständnis dieser Arbeit ist intersektional, also dass Sexismus nicht losgelöst von anderen gesellschaftlichen Machtverhältnissen gedacht werden kann wie Rassismus, Homophobie, Transfeindlichkeit, Behindertenfeindlichkeit, Klassismus und Sozialer Ungleichheit, Altersdiskriminierung.



In meinem Verständnis meines Amtes ist mir eine Anerkennung der Unterschiede unter Frauen wichtig und ich sehe es als meine Aufgabe komplexe Lebensrealitäten, mehrdimensionale Diskriminierungserfahrungen und das Ineinandergreifen von Machtungleichheiten in der Arbeit miteinzubeziehen.



Auch wenn das Amt und die Gesetzeslage vor allem auf die Belange von Frauen ausgerichtet ist, bin ich ebenfalls ansprechbar für Hochschulangehörige, die anderweitig von struktureller Diskriminierung betroffen sind.



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Weitere Tätigkeiten und Angebote der Frauenbeauftragten:**
• Annahme von Beschwerden, Beratung und Unterstützung im Fall von Diskriminierung und/oder sexueller Belästigung und Grenzüberschreitung
• Sprechstunde
• Vernetzung mit anderen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten in Berlin und bundesweit in der LAKOF und BUKOF
• Beratung zur Einbindung von Gender und Diversität in der Lehre



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Warum ich nicht mehr Frauen* schreibe sondern alle FLINTA* welcome!

Warum ich nicht mehr Frauen* schreibe. Als Feministin war und bin ich viel in cis-Männerfreien Räumen unterwegs und habe auch aktiv selbst solche organisiert. Die Schreibweise Frauen* habe ich dabei praktiziert und verstanden als Möglichkeit um Solidarität mit Trans* Menschen auszudrücken und zu sagen, dass sich mein Verständnis nicht auf cis-Frauen beschränkt. Was ich dabei ignoriert habe ist die Geschichte des Trans* Sternchen: Es ist ein Zeichen was sich die TransCommunity gegeben hat um ALLE Trans Personen einzuschließen. Steht sogar auf Wikipedia. Ich habe das selbst erst etwa letztes Jahr verstanden durch Input von TransAktivist_innen v.a. Manuel Ricardo García, (der u.a. viele Jahre die TransInter-Tagung München organisiert hat). Inzwischen verstehe ich, dass es sehr gewaltvoll ist, Frauen zu schreiben und so ein Symbol der Trans* Community anzueignen um damit letztlich einen Teil von Trans* Menschen auszuladen (z.B. männlich-gelesene Menschen). Das machen leider sehr viele. Ich selber habe es nie so gemeint - dass ich nur trans* weibliche Personen anspreche. Allerdings ist es ja logisch, dass sich viele - z.B. TransMänner sich davon entweder nicht angesprochen fühlen oder bereits die Erfahrung gemacht haben, dass sie nicht wirklich willkommen sind. Dabei gibt es z.B. viele TransMänner, die FrauenLesben-Räume mitaufgebaut haben. Nach der Transition sind sie nicht mehr erwünscht? Was ich jetzt mache ist, bei Frauen zu bleiben wenn ich alle (!) Frauen meine und ausdrückliche Einladungen auszusprechen und transparenter zu sein.


Sprechzeiten

Meine regulären Arbeitstage sind Di, Mi, Do
Am besten bin ich per Email erreichbar