Sommersemester 2022, BA/MA Textil- und Flächendesign Siebdruck Papier und Textil , Weben

Kološ oder auch Selbstporträt

Die Serie umfasst drei textile Objekte, in denen jeweils zwei Fotografien miteinander verwoben werden. Bei der einen

Fotografie handelt es sich

um ein Porträt von Joanna

Zvonar und bei der zweiten

um das ihrer Großmutter

Slavica Zvonar geb. Kološ

in jüngeren Jahren.

 

Die Textilobjekte sind als

Doppelgewebe aufgebaut,

das heißt sie bestehen aus

zwei Lagen, die simultan

gewebt werden und dabei

auf unterschiedliche Weise

verbunden werden können.

Vorab wurden die Fotografien

mit dem Siebdruckverfahren

auf die Kettfäden

gedruckt, wodurch jede

Seite zum Träger eines der

beiden Porträts wird.

 

Im Webprozess selbst

bringt Joanna Zvonar

beide Gewebelagen in

einen wechselseitigen

Austausch.

 

Einzelne Teile der Bilder

gehen ineinander über,

tauchen im jeweils anderen

wieder auf und überlagern

sich, ähnlich wie freie

Assoziationen oder Erinnerungsfragmente,

die Denken und Wahrnehmung

überlagern.

 

Durch die Spannungsunterschiede

einzelner

Fäden entstehen auf der

Bildebene Verzerrungen

wie sie auch in der traditionellen

Färbetechnik Ikat

zu beobachten sind. Dieser

Effekt wird innerhalb der

Serie gesteigert, bei der

die Porträts beider Frauen

anfangs noch deutlich

zu erkennen sind, im

Verlauf aber immer mehr

verschwimmen und in

die Ferne rücken. So wird

einerseits die Individualität

der Personen sichtbar,

andererseits aber auch

die Verbundenheit ihrer

Geschichten und

Generationen.

ProjektkategorieProjekt Projekt-Fächer BA/MA Textil- und Flächendesign