Prof. Kerstin Rupp


Lehrveranstaltungen

WS 2016/17
Grundstudium

Aller Anfang ist schwer oder
Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne:

Reden wir doch mal über das Anfangen!

Wenn wir zeichnen, den Stift aufs Papier setzen (das Papier und den Stift vorausgesetzt), dann beginnen wir mit einem Punkt, der sich zu einer Linie verlängert. Wir beginnen in jedem Fall, auch wenn wir manches Blatt gleich wieder in den Papierkorb werfen.Wir wiederholen den Anfang, bis er gelingt. Ist er dann immer noch ein Anfang oder nur noch die Wieder-Holung des Anfangs? Wenn wir den Punkt zu Ende gezeichnet haben, meinetwegen zu einer Linie: Wo machen wir dann den Anfang des Gezeichneten aus, und
wo sein Ende? Und was, wenn es ein Kreis geworden ist?

»Weil jeder Mensch aufgrund seines Geborenseins ein initium, ein Anfang, ein Neuankömmling ist, können Menschen Initiative ergreifen (...) sie können Anfänger werden und Neues in Bewegung setzen.«, schreibt Hannah Arendt in Vita Activa. In diesem Kurs geht es um den Anfang. Was er ist und was davor war. Der Anfang sei schon mal die Hälfte des Ganzen, sagt Aristoteles, der selbst als einer der Begründer, also als Anfänger der Philosophie gilt.

Indem wir zeichnerisch etwas in Bewegung setzen, untersuchen wir das Anfangen. Wir ergründen über einfache Formen die Entstehung von Etwas und die Eröffnung eines Freiraums. Wir zeichnen ein Stück von unserem Anfang, unserer Herkunft, unserer Identität. Wir hören, was es übers Anfangen zu sagen gibt, denn schon immer war er interessanter Gegenstand von Literatur und Philosophie. Wir suchen nach Bildern für den Anfang. Wir gehen auch der Frage nach, warum es manchmal so schwer ist, anzufangen und was uns eigentlich aufhält? Hat diese Verzögerung auch was Gutes? Und warum wünschen wir uns immer mal die Möglichkeit eines Neuanfangs, ganz nach dem Motto: »Ich geh dann mal
Zigaretten holen ...«?

Wie Sie sehen, eignet sich DER ANFANG für viele Fragen!
Zeichnerisch wollen wir ihn mit Antworten füllen.
Dann also los: Fangen wir an!
Und übrigens: Es gibt kein Ende ohne Anfang.

La mia Famiglia

Workshop
Hauptstudium
WS 2016/17


In diesem mehrtägigen Workshop geht es um die Menschen, die uns zeitlebens umgeben, die uns nah oder fern sind. Entstammen wir einem Clan, einer Sippschaft, einer Bilderbuchfamilie oder sind wir nichts weiter als Blutsverwandte? Wer gehört alles dazu? Oma, Opa, Kind und
Kegel, dazu all die Tanten und weiteren Verwandten? Ist auch unser Hund ein Verwandter von uns? Wo beginnt Familie und wo hört sie auf? Zählen auch Freunde dazu? Was macht uns als Familie aus, woran erkennt man, dass wir eine sind? Ist unsere Gesellschaft auch eine große Familie? Wollen wir zusammengehören oder müssen wir das wohl oder übel?

Mal sehen, wie es uns mit unserer Familie ergeht, wenn wir sie zeichnen.
Mal liebevoll, mal bissig, möglichst mit Humor. Oder hemmungsloser Übertreibung.




Termine

15.11.16 10-17 Uhr Einführung in das Thema
07.12.16 10-17 Uhr Arbeitsbesprechung
07.01.-10.1.17 10-17 Uhr 4-tägiger Workshop
31.01.17 10-14 Uhr Präsentation

  • BA/MA Produkt-Design, BA/MA Textil- und Flächendesign, BA/MA Visuelle Kommunikation, Malerei
    SCHNITTSTELLE