Prof. Barbara Junge


Statement

Barbara Junge has been Professor of Digital Media in Visual Communication at the Weißensee Academy of Art Berlin since 2008; she is also a freelance graphic designer. The focus of her work lies in the development of interactive environments for the screen as well as new developments at the intersection of graphic design, interactive installations, and new information technologies. After studying Visual Communication she co-founded the design studio Milchhof: Atelier in 2000. The design studio, which engaged in the design of analog and digital communication processes especially in the cultural context, has received numerous awards and published numerous articles in relevant professional journals and books. As a co-founder of eLab, the Laboratory for Interactive Technologies at Weißensee Academy of Art Berlin, she is particularly interested in the opportunities, implications, and synergies in the field of interactive technologies.

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Ich beschäftige mich in der Lehre mit drei Schwerpunkten: Interaction-Design, Information-Design und den komplexen Beziehungen und Veränderungen zwischen Mensch, Design, Technologie und Gesellschaft.

Aufgabe einer Kunsthochschule ist es an neuen Ausdrucksformen zu forschen. Neben dem Erlernen von Fähigkeiten zur Umsetzung von interaktiven Systemen geht es mir deshalb darum, Studierende für den digitalen Bereich im Spannungsfeld zwischen Gesellschaft und neuen Technologien zu begeistern und sie zu Experimenten mit den expressiven, narrativen und kommunikativen Möglichkeiten mit digitalen Technologien anzuregen.

Erlernt werden soll in erster Linie die gestalterische Qualifikation der Konzeptentwicklung. Der oder die Benutzer_in und das Erlebnis bei der Nutzung stehen im Mittelpunkt. Das Erlebnis basiert dabei auf Inhalt, Haltung und Erzählung  – "Content counts most of all“ (Edward Tufte). Technischen Fähigkeiten werden von den Studierenden anhand konkreter inhaltlicher Arbeit erlernt.

Das Berufsbild des Gestalters hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Aufgaben und Zuständigkeiten, die noch vor wenigen Jahren das Selbstverständnis des Berufs prägten, sind durch die Digitalisierung verschwunden. Andererseits sind die Betätigungsfelder samt Chancen und Herausforderungen für Gestalter vielfältiger geworden.

Wie kann eine umfassende Ausbildung von Gestaltern mit komplexen sozialen und technologischen Entwicklungen Schritt halten oder sogar die Richtung dieser Entwicklung beeinflussen? Ich denke, es geht es darum, die Neugier von Studierenden zu wecken, ihre Begeisterung für Themen und ihre konzeptionelle Fähigkeiten mit einer offenen Art und Weise zu fördern, mit der sie dieses Wissen an künftige Konstellationen anpassen können.