Sommersemester 2026, BA/MA Visuelle Kommunikation VK_Startseite
Krieg spielen
von David Krätschmer
Krieg als Challenge, als Ausbruch aus dem Alltag, als Spiel mit Sinn? In ihren Rekrutierungskampagnen spricht die Bundeswehr Jugendliche gezielt mit Gaming-Ästhetik an. Bildsprache und Slogans geben falsche Versprechen und verherrlichen Krieg.
Krieg spielen enttarnt diese Inszenierung und verdeutlicht die Absurdität ihrer Ästhetik. Soldatenfiguren aus der Kampagne werden als 3D-Objekte isoliert und erscheinen lebensgroß in der realen Umgebung. Die AR-Experience holt die Figuren aus ihrer digitalen Oberfläche in den öffentlichen Raum. Der unmittelbare Gegensatz verdeutlicht die Überhöhung, dir mit der Realität des Krieges nichts zu tun hat. Auf der Soundebene wird die Kriegslogik weiter infrage gestellt: Berichte tatsächlicher Kriegserfahrungen treffen auf Aussagen deutscher Politiker, die Krieg weiterhin als notwendig und alternativlos darstellen
Die begehbare Installation aus Pappkartons gibt Kontext und verweist auf die Zielgruppe der Kampagne. Sie erinnert an das Kinderzimmer als vermeintlichen Schutzraum, einen Ort, der längst durchlässig geworden ist für Propaganda und ideologische Beeinflussung.