Winter Semester 2010 / 2011, Fine Arts / Stage and Costume Design

Die Ballade des großen Makabren

Die Ballade des Großen Makabren

von Michel de Ghelderode

 

Ein Stück über einen möglichen Weltuntergang.

 

In meiner fiktiven Inszenierung handelt es sich hierbei um die drohende Apokalypse durch die ungelöste Frage nach der Endlagerung des Atommülls, ausgelöst durch die alljährlichen Proteste gegen die Castortransporte nach Gorleben.

Participants Daphne Roeder
Supervision Prof. Dr. Hans-Joachim Ruckhäberle
Project categorySemester Project Project subjects Fine Arts / Stage and Costume Design
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Das Publikum sammelt sich im Foyer, welches mit Materialresten des Bühnenbaus eingerichtet ist. Dort werden sie von PORPRENANZ mit einem tragbaren Scheinwerfer abgeholt.
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Durch eine unbeleuchtete Lagerhalle voll mit gelben Fässern führt PORPRENANZ das Publikum zu einer Art Lichtung im Fässerwald. Im Licht des Scheinwerfers erkennt man den über den Köpfen der Leute an einem Seil hängenden NEKROTOZAR, der ein Antiatomnergietransparent entrollt.
im Hintergrund sucht sich ein Liebespaar, ADRIEN und JUSEMINA, einen Rückzugsort für ihr Schäferstündchen. Sie verziehen sich in ein leeres Faß.
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Das Publikum wird vom Chor in einen anderen Raum geführt. Um eine Modelleisenbahnlandschaft herum steigen Stufen an, auf denen sich die Leute verteilen. In der Mitte der Landschaft mit Atomkraftwerk, Gorleben, Castorzügen, Demonstranten und Schafherden auf den Gleisen steht ein Restmüllfaß und auf diesem Faß steht SALIVAINE, Sinnbild für die ATOMLOBBY und dressiert mit Forschungsetat und Peitsche den Wissenschaftler VIDEBOLLE.
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Auf einer Rednertribühne unter der Bundestaube des Breugellandes treiben die Minister ihr Unwesen mit dem Füsten GOULAVE, einem dicklichen jungen Mann in hochgeschlossenem blauen Anzug mit rötlicher Merkelperücke.
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In einer wilden Performance des NEKROTOZAR, nun in Schutzanzug und Gasmaske als der Strahlende Tod verkleidet, mit PORPRENANZ und VIDEBOLLE, wird die Regierung gestürmt, der Demonstrant wird zum Aktivisten, dem Publikum werden die Stühle unterm Arsch weggerissen und der Chor löst Panik aus.
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Als der Sturm auf die Regierung vorbei ist und das Publikum in Panik, verteilt der nun auf sichgestellte GOULAVE Schutzanzüge unter dem Pubikum, während er selbst derangiert, ohne Jacket und Perücke, auf einem der gelben Fässer liegt und versucht, sich an der floureszierenden Flüssigkeit darin zu berauschen.
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NEKROTOZAR geht noch einen Schritt weiter und wird aus Verzweiflung darüber, dass niemand seine Katastrophischen Prophezeihungen ernst nimmt zum Terroristen und Auslöser der Katastrophe. Er jagt das Zwischenlager in die Luft. Die Fässer in der Halle fallen um mit Getöse und Projektionen in einem Moment der schmerzhaften Schönheit.
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Pause.
Während sich das Publikum im Foyer von der Explosion erholen kann, erklärt neben an bei geöffneten Türen VIDEBOLLE den Interessierten die Fakten und Gefahren der nuklearen Energiegewinnung und die Probleme bei der Lagerung der abgebrannten Brennstäbe.
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Vom Chor wieder in die nun verwüstete Lagerhalle geführt, wird das Publikum mit Thermoskannentee versorgt. Die Szenerie wird von Taschenlampen beleuchtet.
Der Fürst GOULAVE hat mit PORPRENANZ und VIDEBOLLE eine provisorische Regierung gebildet und alles sieht so aus als würde sich das Land von der Katastrophe schnell wieder erholen. Mit SALIVAINE und den MINISTERN wird abgerechnet.
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Doch da taucht aus dem Dunkel das im Faß vergessene Liebespaar ADRIEN und JUSEMINA auf. Und während alle Lichter ausgehen, phosporeszieren die hochschwangere Frau und ihr Mann in der Dunkelheit.
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